BarCamps haben sich über die Jahre von einem Insider-Format der Tech-Szene zu einer beliebten Methode für Austausch, Innovation und gemeinsames Lernen entwickelt. Mit einer Session kannst du in den Austausch mit anderen Teilnehmenden gehen, weitere Aspekte besprechen, neue Ideen entwickeln oder auch ein eigenes Fallbeispiel zur Diskussion bringen.
In aller Kürze:
In diesem Artikel erhältst du eine kompakte Übersicht: welche Sessionvorschlag du bei einem BarCamp einbringen kannst, wie und ob du dich vorbereiten solltest und wie du deine Idee am besten pitchst.
Häufige Fragen – klar beantwortet:
Was ist eigentlich ein BarCamp?
Unter einem BarCamp versteht man ein offenes Veranstaltungsformat, bei dem das Programm von den Teilnehmer*innen selbst erstellt wird. Diese reichen nach der Begrüßung und einer Vorstellungsrunde ihre Sessionvorschläge ein. Anhand dieser Vorschläge entsteht der Sessionplan, meist nach dem Schema: 45 Minuten Session plus 15 Minuten Pause.
Was ist der Unterschied zwischen einem BarCamp oder einem OpenSpace?
BarCamps und Open Space gehören zu den partizipativen Veranstaltungsformaten, unterscheiden sich aber in Zielsetzung und Struktur. Open Space wurde in den 1980er-Jahren für Veränderungsprozesse und Organisationsentwicklung entwickelt. Es basiert auf einer offenen Leitfrage, arbeitet lösungsorientiert und ist oft über mehrere Tage angelegt. Die Moderation begleitet den Prozess intensiv.
Für wen eignen sich BarCamps?
BarCamps eignen sich prinzipiell für jede Zielgruppe – Einschränkungen mag es geben, wo Austausch und Partizipation nicht so leicht gelebt werden kann. Ich habe aber schon BarCamps für Schülerinnen und Schüler, für Beamte, für Sparkassen-Mitarbeiter, für Unternehmerinnen, für heterogene Gruppen wie Bürger*innen einer Stadt konzipiert und moderiert.
Wichtig ist, dass man dem BarCamp im Vorfeld einen guten Rahmen gibt und die Moderation entsprechend vorbereitet.
Was muss ich bei der Vorbereitung eines BarCamps beachten?
Bei der Vorbereitung ist es wichtig, sich im Klaren zu sein, was ihr mit dem BarCamp erreichen wollt. Geht es um Austausch und Vernetzung oder wollt ihr im Unternehmen tiefer in Fachthemen einsteigen und hinterher mit den Ergebnissen aus einzelnen Sessions arbeiten? Ebenfalls besonders wichtig ist, die richtigen Teilnehmer*innen und auch eine ausreichende Menge zu gewinnen. Ist eure Zielgruppe bereits mit BarCamps vertraut, ist das oft leichter, als wenn diese es erst noch kennenlernen muss. Dann kann es wichtig sein, die Idee dahinter besonders gut zu kommunizieren und Fürsprecher zu gewinnen.
Die Sessionplanung
Zum Sammeln der Sessionvorschläge gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen:
- Vorschläge werden bereits im Vorfeld gesammelt. Dabei fragen die Veranstalter meistens direkt bei der Anmeldung nach Sessionideen. Das ist eine gute Vorgehensweise, um die Teilnehmenden schon mal gedanklich auf das BarCamp einzustimmen. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass sich andere Teilnehmer*innen ermutigt fühlen und eher eine Idee dazu entwickeln, wie ein Sessionvorschlag aussehen könnte.
- Sessionvorschläge werden am BarCamp-Tag eingesammelt. Dann läuft es so, dass die Teilnehmenden nacheinander ihre Sessionideen „pitchen“. Dazu kann es dann eine kurze Abfrage zum Interesse geben, so dass anhand der Meldungen die Sessions auf die entsprechenden Räume verteilt werden können.
Je nachdem, wieviel Zeit zur Verfügung steht und ob ein BarCamp online oder vor Ort stattfindet, kann es auch sein, dass der Sessionplan bereits im Vorfeld erstellt wird und am Tag selbst höchstens noch nach weiteren Ideen gefragt wird.
Die Entscheidung darüber, wie genau die Sessionplanung gestaltet wird, ergibt sich immer aus den Gegebenheiten.
Deine Session:
Ich gehe mal davon aus, dass du richtig Lust auf deine Session hast und daher gern das Interesse der anderen BarCamp-Teilnehmenden wecken willst. Daher empfehle ich dir für die Vorstellung deines Themas folgendermaßen vorzugehen:
- Überlege dir einen richtig guten Titel. Also zum Beispiel statt „Neue Entwicklungen im Marketing“ eher so etwas wie „Alles kaputt durch KI: Entwicklungen im Marketing“. Oft ist auch der Hinweis auf ein eigenes Projekt oder Praxisbeispiel interessant für die anderen Besucher.
- Vorbereitung hilft, muss aber nicht sein. Es muss kein ausgearbeiteter Vortrag sein, aber ein paar Folien oder ein paar Ideen zur Gliederung deiner Session helfen, um die Zeit lehrreich und gewinnbringend für alle zu machen.
- Binde andere Teilnehmer*innen in deine Session ein. Oft gibt es zu ähnliche Themen – dann lassen sich auch zwei Sessions zusammenlegen. Überlege aber immer auch, ob es wirklich passt oder ob du deine Session lieber allein gestalten willst.
Es kommt natürlich auch immer darauf an, was du mit deiner Session erreichen willst: Willst du dich mit deinem Fachthema vorstellen? Geht es dabei auch darum, durch deinen Vortrag dein Wissen zu teilen, gleichzeitig aber auch auf ein Angebot von dir hinzuweisen? Oder geht es eher darum, dass du eine konkrete Frage hast, zu der du dir Austausch wünschst?
Bei ersterem ist es sicher sinnvoll, sich gut vorzubereiten und sich sowohl eine Struktur überlegt zu haben wie auch Material mitzubringen.
Fazit:
BarCamps sind kraftvolle Formate – für Wissenstransfer, Kollaboration und Innovation. Und deine Session kann ein Teil davon sein. Wenn du also dafür sorgen willst, dass dein Sessionvorschlag nicht nur Interesse weckt, sondern dass auch viele Menschen in deine Session kommen (und dabeibleiben), überlege dir, welches Thema viel Interesse wecken könnte. Sorge außerdem durch Vorbereitung und Struktur dafür, dass deine Session spannend bleibt und möglichst beste Ergebnisse erzielt. Und natürlich ist es auch vollkommen okay, sich mit einer Frage an die anderen Teilnehmenden zu wenden und in einen lockeren Austausch zu gehen.
Zur Vertiefung:
- Organisation eines BarCamps: Wie du ein BarCamp selbst organisieren kannst, habe ich dir hier einmal zusammengestellt [LINK]
- Corporate BarCamps: Was du bei einem internen BarCamp beachten solltest, habe ich hier zusammengestellt
- Digitales BarCamp organisieren: Auch dazu habe ich all meine Erfahrung in einen ausführlichen Blogartikel gepackt [LINK]
- Einen Erfahrungsbericht zu einem Online-Event mit BarCamp-Anteil findest du hier [LINK]
- BarCamp-Liste: Eine Liste aller BarCamps im deutschsprachen Raum findest du hier
Bild: Phil Dera
